E-Mail-Sicherheit - Phishing, gefährliche Anhänge und Kontoschutz
E-Mail-Absender, Logos und sogar frühere Gesprächsverläufe können gefälscht oder missbraucht werden. Eine sprachlich einwandfreie Nachricht ist deshalb kein Echtheitsbeweis. Besonders kritisch sind Aufforderungen zur Anmeldung, Zahlung, Passwortänderung oder zum Öffnen eines unerwarteten Anhangs.
Inhaltsverzeichnis
Verdächtige Nachricht erkennen
Prüfen Sie vor jeder riskanten Aktion:
- Stimmt die vollständige Absenderadresse, nicht nur der angezeigte Name?
- Passt die Domain exakt oder wurden ähnliche Buchstaben und fremde Endungen verwendet?
- Erwarten Sie diese Nachricht, den Anhang oder die Zahlungsaufforderung?
- Erzeugt der Text künstlichen Zeitdruck, Angst oder Geheimhaltung?
- Führt der Link wirklich zur erwarteten Domain? Bewegen Sie am Computer den Mauszeiger darüber, ohne zu klicken.
- Ist der Dateityp plausibel? Ausführbare Dateien, Skripte und unerwartete Archive sind besonders riskant.
Auch Nachrichten eines bekannten Kontakts können gefährlich sein, wenn dessen Konto oder Computer kompromittiert wurde.
Sicher reagieren
- Klicken Sie nicht auf den Link in der verdächtigen Nachricht.
- Öffnen Sie die bekannte Website selbst über ein Lesezeichen oder durch manuelle Eingabe der Adresse.
- Fragen Sie beim vermeintlichen Absender über einen zweiten, bekannten Kanal nach. Verwenden Sie keine Telefonnummer aus der verdächtigen E-Mail.
- Öffnen Sie unerwartete Anhänge nicht und aktivieren Sie niemals geforderte Makros.
- Melden Sie die Nachricht nach den Vorgaben Ihres Unternehmens und verschieben Sie sie anschließend in den Spamordner.
Ein „Abbestellen“-Link ist bei eindeutigem Spam nicht vertrauenswürdig. Er kann den aktiven Empfang bestätigen oder auf eine schädliche Website führen.
Externe Bilder und Lesebestätigungen
Unsichtbare externe Bilder können dem Absender mitteilen, dass eine Adresse aktiv ist und wann eine Nachricht geöffnet wurde. Lassen Sie externe Inhalte standardmäßig blockieren und laden Sie sie nur bei vertrauenswürdigen Absendern nach. Senden Sie Empfangs- oder Lesebestätigungen nur bewusst.
Postfach schützen
- Verwenden Sie ein langes, einzigartiges Passwort, das bei keinem anderen Dienst eingesetzt wird.
- Speichern Sie Passwörter in einem vertrauenswürdigen Passwortmanager.
- Aktivieren Sie Mehrfaktor-Authentifizierung für das Kunden- oder Verwaltungsportal, wenn sie angeboten wird. Normale IMAP-Postfächer verwenden je nach System weiterhin ein eigenes Passwort.
- Halten Sie Betriebssystem, Browser und Mailprogramm aktuell.
- Nutzen Sie nur verschlüsselte IMAP-/SMTP-Verbindungen und bestätigen Sie keine Zertifikatswarnung.
- Geben Sie Ihr Passwort niemals an Supportmitarbeiter weiter.
Nach einem verdächtigen Klick oder einer Passworteingabe
- Trennen Sie bei vermuteter Schadsoftware das betroffene Gerät vom Netzwerk.
- Ändern Sie das Postfachpasswort sofort auf einem sauberen, vertrauenswürdigen Gerät.
- Ändern Sie wiederverwendete Passwörter anderer Dienste.
- Prüfen Sie in Plesk, LiveConfig und Webmail Weiterleitungen, Filter, Aliase, Identitäten und gesendete Nachrichten.
- Informieren Sie den Support mit Zeitpunkt, betroffener Adresse und Beschreibung – ohne Passwort.
- Prüfen Sie das Gerät mit aktuellen Sicherheitswerkzeugen oder lassen Sie es fachkundig untersuchen.
- Informieren Sie mögliche Empfänger betrügerischer Nachrichten über einen anderen Kanal.
Gefälschte Absender und DNS-Schutz
SPF, DKIM und DMARC helfen empfangenden Systemen, gefälschte Absender Ihrer Domain zu erkennen. Sie schützen nicht vor jeder Phishing-Nachricht und ersetzen keine Prüfung durch den Menschen.

